Danke!

Jede Platte Zählt

Als ich dieses Heft zu meinem Abschied von TRINAMO erhalten habe, war mir sofort klar: Das ist weit mehr als nur eine Sammlung von Songs.

Ihr habt euch etwas überlegt, das perfekt zu mir passt – weil ihr wisst, wie wichtig mir Musik ist und welche Bedeutung Schallplatten für mich haben.

Ihr habt damit genau meinen Nerv getroffen.

Vielen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben, mir einen Song mitzugeben. Die Auswahl ist so unterschiedlich wie ihr selbst – genau das macht sie so besonders. Einige Titel kenne ich, andere sind komplett neu für mich. Aber jeder einzelne steht für einen Gedanken, eine Erinnerung oder einfach für einen guten Tipp.

Für mich war es deshalb Ehrensache, jeden dieser Songs nochmals bewusst anzuhören – und hier meine persönliche Reaktion darauf festzuhalten.

Sandra Stucki

Mit Nilüfer Yanya liegst du bei mir genau richtig. Ich verfolge ihre Musik schon seit ein paar Jahren und mag sie sehr.

Dass du dir das gemerkt hast – und sogar das Bild dazu im Kopf hattest – hat mich ehrlich verblüfft und gleichzeitig richtig gefreut.

Was ich an ihr besonders schätze, ist dieser eigenständige Stil: eine Mischung aus Indie-Rock, Soul und leicht schrägen, manchmal fast spröden Klangflächen, die nie gefällig wirken, aber genau dadurch hängen bleiben. Ihre Stimme ist dabei ruhig und zurückhaltend, fast distanziert – und gerade das gibt den Songs eine besondere Tiefe und Atmosphäre.

Je mehr ich «Midnight Sun» höre, desto mehr wächst mir dieses Stück ans Herz. Es ist einer dieser Songs, die sich nicht sofort vollständig öffnen, sondern mit jedem Hören weiter an Wirkung gewinnen.

Mein Lieblingssong von ihr ist allerdings ihre neueste Single vom letzten Jahr: «Cold Heart».
Ich verlinke es hier unten:

Reto B

Wow, was für ein Cover, Reto. Ich weiss allerdings nicht, ob ich eine solche Situation begrüssen würde.

Diese Band kannte ich noch nicht. Wenn man danach sucht, kommt Folgendes raus:

«Puscifer ist keine klassische Band im üblichen Sinn, sondern eher ein Kunstprojekt rund um Maynard James Keenan (den Sänger von Tool und A Perfect Circle).

Das ist der entscheidende Punkt:
Puscifer ist kein festes Bandgefüge, sondern ein Spielplatz für Ideen, bei dem Stil, Besetzung und Konzept bewusst offen bleiben.»

Shit! Das muss ich mir genauer reinziehen.

Als Gegenvorschlag werfe ich die Version von Teardrop von José González in den Raum. Ganz anders, aber für mich ähnlich intensiv – reduziert, leicht entrückt und mit einer ganz eigenen Atmosphäre.
Links hier unten:

Patrik S

Was soll man zu Pink Floyd noch sagen, Patrick? Du hättest praktisch jeden Song aus diesem Album wählen können und hättest meine Seele getroffen.

Das sind quasi Götter der Pop- und Rockmusik: unverkennbar, unverwechselbar, unerreicht und einzigartig. Sie haben einen festen, ganz eigenen Platz in der Musikwelt – so wie Mozart, Bach oder Vivaldi.

Ein sehr berührendes Stück.

 

Was soll ich da als Gegenstück vorschlagen? Bei Pink Floyd sollte man die Alben eigentlich immer am Stück hören.
Aber vielleicht dieser grossartige Song vom selben Album: The Great Gig in the Sky.

Die Stimme in The Great Gig in the Sky stammt von Clare Torry – und das Ganze war praktisch komplett improvisiert.

Sie wurde als Session-Sängerin ins Studio geholt und bekam nur die vage Anweisung, etwas zum Thema Leben und Tod zu singen. Es gab keinen Text und keine fertige Melodie. Was man hört, ist eine spontane emotionale Performance, aus mehreren Takes zusammengeschnitten.

Ursprünglich wurde sie wie eine normale Studiosängerin bezahlt. Erst viele Jahre später wurde sie offiziell als Mitautorin anerkannt.

Genau deshalb wirkt das Stück bis heute so stark: Es ist nicht konstruiert, sondern im Moment entstanden.
Links hier unten:

Patricia H

Was für ein cooles Bild. Danke Patricia

Danke dir für den Song – ich fand es spannend zu hören, was du ausgesucht hast.

Der Song ist klar darauf ausgelegt, möglichst viele Leute direkt zu erreichen – das ist kein Zufall, sondern bewusst so gemacht.

Was mir dabei auffällt:
Klassischer Motivations-Pop („You can be the greatest…“), sehr eingängig aufgebaut und mit einer Produktion, die stark auf Radiotauglichkeit setzt. Auch das Feature mit will.i.am unterstreicht diesen eher kommerziellen Ansatz.

Ich merke bei mir einfach, dass mich genau diese Art von Sound weniger packt. Wenn man seit so vielen Jahren mit Musik unterwegs ist und die Entwicklung von den 70ern bis heute miterlebt hat, sucht man oft eher nach Sachen, die etwas mehr Ecken und Kanten haben oder eine speziellere Atmosphäre mitbringen.

Nichtsdestotrotz ein Song, der funktioniert – und ich verstehe absolut, warum man ihn mag.

Gegenvorschlag für dich:
The Blower’s Daughter von Damien Rice
Links hier unten:

Raphael K

Oh mein Gott, Raphael – was soll ich dazu sagen?

Dein Cover mit den drei Raffis ist mehr als gelungen, der vorgeschlagene Song dagegen das pure Gegenteil (mein Gott ist das schrecklich). Zum Song sage ich jetzt lieber nichts.

Aber bitte schick mir unbedingt das Original des Plattencovers, das du erstellt hast – echt der Brüller!

 

Um das Ganze musikalisch auf ein ähnlich hohes Niveau zu heben wie das Cover, fällt mir spontan «Tom’s Diner» von Suzanne Vega ein. Der Song wurde damals sogar verwendet, um das MP3-Format zu entwickeln und zu perfektionieren – sozusagen einer der ersten MP3-Songs überhaupt.
Links hier unten:

Oliver K
alias DJ Okay

Oli, du verstehst es bestens, meinen Musikgeschmack mit deinem zu verschmelzen.
Während viele Trip-Hop-Acts eher düster oder experimentell sind (z. B. Portishead), ist Nightmares on Wax wärmer, grooviger und zugänglicher – also näher an deinem Geschmack, aber ich gehe absolut mit.

Super Auswahl.

Die Musik wird uns beiden weiterhin eine Verbindung bleiben und den Kontakt aufrechterhalten.

Ich möchte dir auch Danke sagen für die grossartigen Kassetten, die du mir immer von dir geschenkt hast – ich habe inzwischen schon 11 Stück davon.

Einen Gegenvorschlag braucht es hier eigentlich gar nicht – da höre ich mir lieber deine eigenen Produktionen an.

Und an alle, die hier mitlesen: Folgt doch Oliver als DJ Okay auf YouTube und Spotify!
Links hier unten:

Sonja K

I see a little silhouetto of a man
Scaramouche, Scaramouche, will you do the Fandango?
Thunderbolt and lightning, very, very frightening me
(Galileo) Galileo, (Galileo) Galileo, Galileo Figaro, magnifico
But I’m just a poor boy, nobody loves me
He’s just a poor boy from a poor family
Spare him his life from this monstrosity

Mein Gott – an diesem Song kommt man nicht vorbei.

Queen konnte ich in den 70ern noch nicht richtig einordnen, obwohl auch ich nicht an deren Alben vorbeikam. Richtig lieben gelernt habe ich sie erst später. Aber Freddy war schon ein absolutes Unikum.

Mein Lieblingslied ist zwar eher «Somebody to Love», aber «Bohemian Rhapsody» kommt gleich dahinter.
Links hier unten:

Dänel

Wow Dänel, war das deine Musik früher?

Rumpelstilz – die Mundartrocker und Pioniere der Schweizer Pop- und Rockmusik rund um das Urgestein Polo Hofer.

Damals war das für mich nicht wirklich mein Ding, ehrlich gesagt. Trotzdem ist es natürlich ein grosses Stück musikalische Erinnerung. Am präsentesten war für mich vor allem das Stück «Kiosk», an dem man in der Schweiz kaum vorbeikam.

Mundartrock hat mich insgesamt nie wirklich gepackt – Ausnahmen sind für mich Züri West und Patent Ochsner, die eine ganz eigene Tiefe und Eigenständigkeit mitbringen.

Wenn es um Schweizer Musik geht, war ich ohnehin eher bei Künstlern wie Stephan Eicher, Yello oder The Young Gods zu Hause, die klanglich und stilistisch näher an dem waren, was mich damals wirklich angesprochen hat.

Deshalb hier mein Gegenvorschlag für dich:
Patent Ochsner – «Scharlachrot».
Romantischer geit nümme.
Links hier unten.

Tobias S

Tobias, mit dieser Songauswahl hast du mich wirklich erreicht – genau mein Ding.

Frazey Ford verbindet Folk, Soul und R&B auf eine unglaublich natürliche Weise – aber was sie wirklich heraushebt, ist ihre Stimme: warm, weich und gleichzeitig voller Tiefe. Nichts Forciertes, nichts Künstliches – sie klingt, als würde sie nicht singen, sondern erzählen. Genau das macht ihre Songs so eindringlich.

Gerade «Indian Ocean» zeigt das perfekt: entspannt an der Oberfläche, aber emotional unglaublich reich.

Kurz gesagt: eine dieser Stimmen, die nicht laut sein müssen, um dich komplett zu erwischen.

Als Gegenvorschlag: Ich habe sie über den Song «Done» auf Instagram kennengelernt – den verlinke ich dir hier unten.

Lea K.

Chlini Händ von Kunz ist für mich ein Song, bei dem ich merke, dass er handwerklich sehr gut gemacht ist und auch sofort funktioniert. Gleichzeitig lässt er mich aber etwas auf Distanz.

Ich glaube, das liegt daran, dass er sehr gefällig aufgebaut ist und kaum Risiken eingeht. Alles ist stimmig, aber auch ziemlich erwartbar. Mir fehlt ein wenig die Reibung, etwas Eigenständiges, das hängen bleibt.

Mundart bringt zwar Nähe und Direktheit, aber für mich entsteht dadurch weniger Atmosphäre. Ich merke einfach, dass ich eher Musik suche, die mich klanglich oder emotional auf eine etwas ungewöhnlichere Art abholt.

Unterm Strich: ein guter Song – aber einer, der mich nicht wirklich packt.

Als Gegenvorschlag werfe ich Tubel Trophy von Baby Jail in den Raum – einfach, weil der Text deutlich krasser ist und mehr hängen bleibt.

Samuel M

Wow, ein Streifzug durch spezielle Musik.

Nirvana – darüber müssen wir eigentlich nicht gross reden. Endlich kam wieder eine neue Stilrichtung nach all dem supercleanen 80er-Sound. Das war ein echter Meilenstein.

Birth Control und Blodwyn Pig kannte ich bisher gar nicht, aber das kurze Reinhören klingt vielversprechend.

David Hasselhoff? Da hast du dich gerade noch gerettet, indem du gesagt hast, dass das deine erste CD als junger Samuel war. Ich lass das mal als Jugendsünde gelten und schaue jetzt grosszügig darüber hinweg – schlimmer wäre wohl nur noch Heino gewesen.

Kennst du das Unplugged-Konzert «Live at MTV» von Nirvana?
Links hie runten

Kathrin S

WOW Kathrin!
John Butler und Alfa Mist – beide waren mir bisher völlig unbekannt, und genau das macht es umso spannender.

Der Sound spricht mich bei beiden sofort an, obwohl sie stilistisch ziemlich unterschiedlich unterwegs sind. John Butler mit diesem erdigen, handgemachten Gitarrensound, sehr direkt und lebendig. Alfa Mist dagegen viel reduzierter, urbaner, mit seinem ruhigen, fast schwebenden Piano und den subtilen Beats.

Gerade dieser Kontrast macht es extrem interessant. Zwei ganz verschiedene Ansätze, aber beide mit einer Tiefe und Eigenständigkeit, die mich sofort packen.

Da muss ich definitiv noch tiefer eintauchen.

Einen Gegenvorschlag zu bringen, ist hier gar nicht so einfach – aber ich werfe Bonobo mit «Black Sands» in den Raum. Für mich verbindet der Song genau diese beiden Welten: organisch und gleichzeitig atmosphärisch. Und ganz nebenbei ist das genau der Track, mit dem ich jeden Morgen aufwache – mein Wecksound auf dem Handy.
Links unten:

Sabine Sa

«Bouge ton cœur» – hey, das habe ich schon in meiner Playlist. Super cooler Song!

Ich weiss gar nicht mehr, wie ich vor ein paar Jahren darauf gestossen bin, aber der Song hat mich sofort gepackt.

Was ich an «Bouge ton cœur» spannend finde, ist dieser leicht rohe, unperfekte Indie-Sound mit den mehrstimmigen Vocals – das hat etwas Hypnotisches und gleichzeitig sehr Eigenständiges. Auch die Mischung der Sprachen gibt dem Ganzen eine ganz eigene Identität, die hängen bleibt.

Es zeigt für mich auch, dass es wirklich sehr gute Schweizer Musik gibt – nur ist sie oft nicht im Mundartbereich zu finden. Gerade aus der Westschweiz kommt gefühlt viel Sound, der offener und internationaler wirkt.

Auf die Schnelle fällt mir nichts wirklich Vergleichbares ein. Wenn es aber um französisch gesungene Songs geht, kommt mir «Le vent nous portera» von Noir Désir in den Sinn – ein Stück, das ich schon immer unglaublich schön fand.

Extras

Nebst dem Heft «Jede Platte zählt» habe ich noch zwei LPs geschenkt bekommen – eine von Tobias und eine von allen Teilnehmenden des Grafik- & Web-Teams.

Herzlichen Dank dafür. Es hat mich sehr berührt, über meine grosse Leidenschaft – die Musik – von euch Abschied nehmen zu dürfen. Es ist mir nicht leicht gefallen, und ich werde noch lange an diese wunderbare Zeit mit euch zurückdenken.

❤️

Bee Gees | Danke liebes G&W Team!
Ludovico Einaudi - Cinema | Danke Tobias

Raffaele Merminod – Jede Platte zählt  – Danke!

raffaele.merminod@gmail.com

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